Coronavirus-Antikörpertests wecken Hoffnung!

Samstag 18 April 2020

Zur Bewältigung der aktuellen Covid-19 Pandemie wird ein wichtiger Baustein die Verfügbarkeit eines Antikörpertests sein, über den nachgewiesen werden kann, dass eine untersuchte Person bereits im Kontakt mit dem SARS-CoV-2 Erreger war.

Bei viralen Erkrankungen, die keinen chronischen Verlauf nehmen, kann vermutet werden, dass eine Person, die die Erkrankung durchlaufen hat, immun gegen eine erneute Infektion ist. Diese Personen könnten dann keine weiteren Menschen mit dem Erreger infizieren. Auch wenn dies nach aktuellem Kenntnisstand für das SARS-CoV-2 noch nicht 100%ig gesichert ist, wird dieser Test zunehmend nachgefragt.

Einen aktuellen Betrag zu diesem Thema und in wie weit diese Tests heute schon eingesetzt werden können, finden Sie als Videobeitrag von SAT 1 unter

https://www.1730live.de/antikoerper-test-aus-ingelheim/

Einen weiteres Video, das den aktuellen Status zu den Antikörpern sehr gut erklärt, finden Sie im folgenden SWR Beitrag:

Corona Virus Antikörpertests wecken Hoffnung!

Keiner weiß wie viele Menschen das Virus unbemerkt in sich tragen, die Erkrankung schon durchgemacht haben und wer sich noch infizieren wird. Der sogenannte PCR Test, also der Rachenabstrich-Corona Test zeigt nur wer das Virus aktuell hat, aber nicht ob derjenige, der es schon hatte, bereits Antikörper gegen das Virus gebildet hat und womöglich immun ist. Doch das zu wissen wäre hilfreich. Antworten könnte ein Corona-Antikörpertest liefern.

Was ist ein Antikörpertest?

Bei einem Antikörpertest wird innerhalb weniger Stunden durch eine Blutprobe nachgewiesen, ob jemand mit einem Virus, in dem Fall mit Corona, infiziert war. Das erkennt man an den Antikörpern, also den Abwehrstoffen, die sich durch eine Infektion im Blutserum gebildet haben. Die Blutproben werden dann in Labore gebracht. Hier in Rheinland-Pfalz ist seit Dienstag im Labor von Bioscientia in Ingelheim ein solcher Corona-Antikörpertest im Einsatz.

Laborarzt Dr. Oliver Harzer : „Den machen wir aus diesem Serum, aus winzig kleinen Mengen von diesem Serum. Das packen wir dann in bestimmte Reaktionsgefäße rein, dann kommen da Reaktionsflüssigkeiten dazu und eben auch Antigene, also gegen die die Antikörper, die der Mensch gebildet haben soll, gerichtet sind und dann untersuchen wir mit verschiedenen Methoden ob dieser Antikörper da drin ist im Serum des Menschen oder eben nicht.“

Mit diesem Gerät können zwei Arten von solchen Immunglobulinen gegen Covid-19 nachgewiesen werden: IgA und IgG.

Frühestens zwei Wochen nach Ausbruch der Corona-Infektion sind IgA-Werte im Blut meßbar. Die sogenannten IgG Langzeitantikörper nach etwa drei Wochen. Besonders der Nachweis von Langzeitantikörpern könnte helfen herauszufinden, ob jemand unbemerkt infiziert war und jetzt dagegen immun ist.

Doch wie zuverlässig sind die Ergebnisse?

Die aktuellen Antikörpertests sollen zeigen ob man nach einer durchgestandenen Infektion wirklich immun ist – wie alle hoffen – doch das ist in den Laboren noch zu erforschen.

Laborarzt Dr. Oliver Harzer: „Jetzt wird man eben prüfen müssen – sind die Antikörper, die wir hier nachweisen tatsächlich a) neutralisierende Antikörper und b) können wir damit auch einen echten Schutz nachweisen oder nicht. Da laufen ganz viele Studien an ganz vielen Universitäten und in privaten Einrichtungen und so weiter.“

Erste Ergebnisse zeigen, dass der Test auch bei anderen, harmlosen Corona-Viren anschlägt. Der Virologe Professor Bodo Plachta von der Universitätsmedizin Mainz warnt deswegen: „Weil diese Teste sind noch nicht ganz ausgereift - offensichtlich. Wir haben immer noch das was wir als Kreuzreaktion bezeichnen. Das heißt, wir haben häufig eine Falsch-Positiv-Rate, wie wir das nennen d.h. also, es werden dann Patienten identifiziert, die eigentlich nur eine ganz normale menschliche Corona-Virusinfektion hatten, aber eben nicht dieses neue Corona-Virus durchgemacht haben.“

Welche Testkapazitäten gibt es?

Die Testkapazitäten in den Laboren sind begrenzt und reichen aktuell nur für ausgewählte Fälle aus, sagt Laborarzt Dr. Oliver Harzer: „Der Hersteller empfiehlt, dass wir Patienten untersuchen, die eine nachgewiesene Infektion hatten um zu zeigen: ok – die haben die Immunglobuline und sollten dann hinterher sozusagen immun sein.“

Der Theorie nach bedeutet das, dass man sich nicht ein zweites Mal infizieren kann, sondern geschützt ist und sich ohne Schutzmaßnahmen frei bewegen kann.

Warum sollte man auf Schnelltests verzichten?

Im Internet bieten Hersteller mittlerweile Antikörperschnelltests für Jedermann an. Nur ein Tröpfchen Blut aus der Fingerkuppe reicht angeblich aus und 10 Minuten später hat man ein Ergebnis. Doch Virologen halten von überteuerten Corona-Schnelltests wenig, weil sie vergleichsweise fehleranfällig und ungenau sind.

Professor Bodo Plachta: „Da muss man vorsichtig sein wie gut die sind und was die wirklich können, das kann man noch nicht wirklich sagen. Normalerweise müssen solche Tests auch geprüft werden durch die entsprechenden Zulassungsbehörden.“

Und das ist in den meisten Fällen noch nicht passiert. Wenn ein solcher Test noch nicht zertifiziert ist, raten Virologen deshalb von einem Kauf ab.

Fazit:

Die Corona-Antikörpertests sind momentan noch nicht ganz ausgereift und auch nicht jedem zugänglich. Patienten, die dringend das Bedürfnis haben, getestet zu werden, sollten das Gespräch mit ihrem Hausarzt suchen, empfehlen Virologen.

 

Landesschau
Rheinland-Pfalz